Montag, 18. Juni 2012
Mittwoch, 6. Juni 2012
Und was macht eigentlich...Baby Melancholie?
Wie der Koeter
zwischen Engel und Tuer
Rucksack voll Schuld und ranzigem Talent
wenn man nur wuesste wofuer
Ganz egal wie sehr man beim backpacken auch von interessanten Leuten umgeben ist, hat man sich am Anfang einmal dazu entschieden, reist man doch irgendwie die ganze Zeit allein.
Zu gross ist das Erbe, dass Teilzeitbegleitungen am anderen Ende der Erde antreten. Zu hoch legen Eldinger Jungs, fraenkische Maedchen und norddeutsche Partynaechte die Latte, als dass man sie - mit einem Rucksack beladen - ueberwinden koennte.
Man springt weit auf einer solchen Reise, aber eben nicht hoch. Geburtstagsgetriebene Versuche gehen da leicht schief. Und dann reist man ploetzlich nicht mehr, man reisst! Erkenntnis!
Ein Schlag ins Gesicht statt seine Freunde zu Gesicht.
Guatemalische Kleinkriminelle ohne Herz und direkt geht ein zweiter in die Nieren.
K.O.!
Die Stimmung sinkt zu boden, verabschiedet sich in den Keller und findet dort das Schnapsregal. Happy Aua!
Am naechsten Morgen mit guatemalischer Fahne und verquollenen Augen zum Buecheraustausch:
"Die Vermissung der Welt" Na toll!Der Kalender sucht Blickkontakt und macht aus Unwort Hoffnung: Griechenrettung! Der Janis ist bald da.
"Andre wird abgeholt" rufen die anderen Kinder im Kindergarten. Kein Problem! Keine Scham!
Zwar weiss ich noch nicht, wo ich nach meiner Rueckkehr wohnen werde, wo ich zu Hause bin steht aber ein fuer alle Mal fest: Bei Mutter Ulla!
Hab dich lieb, Mama!
Freitag, 18. Mai 2012
Mimen ohne Kiemen
Ein beachtlicher Teil dieser Reise wurde in schwindelerregenden Hoehen verbracht und mein persoenliches 'High'-light liegt seit Bolivien bei etwas mehr als 5000 Metern. Zurueck in Mittelamerika soll nun am anderen Ende gearbeitet werden; ein erster Anfang ist getan.
Nach einem Schildkroeten-reichen (Go)Pro-log im Schnorchelparadies Akumal, bot sich vor Cancun ein erster Brocken in Form eines Schiffwracks.
Knappe 30 Meter unter der wellenreichen Oberflaeche und umgeben von einer Stroemung, die der Divemaster als 'die schlimm....aeh aufregendste seit langem' bezeichnete, war es zwar ein ein Knochenjob, das Prachtstueck zu betauchen, gleichzeitig aber auch jede Schrecksekunde wert.
Zurueck an Board war ich zudem froh, den Segelturn von Panama nach Kolumbien nicht angetreten zu haben, denn noch bevor wir am Driftdive-spot angekommen waren, gab es von meiner Seite Futter fuer die Fische.
Von der Aussage 'Unter Wasser gibt es keine Seekrankheit' befluegelt, ging es zurueck ins warme Nass. Zum Glueck! Es war ohnehin gerade Skepsis in mir aufgekommen, ob das Schnueffeln an Orangenpelle tatsaechlich hilft oder das Bild doch nur zur allgemeinen Belustigung dienen sollte.
Der Feind des ersten Dives - die Stroemung - praesentierte sie sich beim zweiten Tauchgang als Spassmacher Nummer eins. In Schraeglage ging es vorbei an einer Unmenge riesiger Loggerhead-Turtles, Hummer und Kugelfische, sodass die Rueckkehr an Land am Ende mit einem lachenden und einen weinenden Auge zu sehen war.
Allem Wellengang zum Trotz hat der Tauch-Fix die richtige Wirkung gezeigt und so sind die naechsten Ziele abgesteckt: Wenn es nicht allzu teuer wird, bietet das Blue Hole in Belize den absolut perfekten "Tiefpunkt" mit ca. 40 Metern ehe in Honduras dann das zweite Tauchzertifikat bezahlbar wird.
Kuba ist aufgrund dubioser Devisengeschaefte vom Tisch (in die Schublade fuer spaetere Reisen).
Stattdessen geht es heute Abend um 22h15 Orszeit im Uebernachtbus nach Belize. Die Hoffnung besteht, dass es bei einer puenktlichen Ankunft auf Caye Caulker irgendwo das Champions League Finale zu sehen gibt.
In diesem Sinne gilt (wie auch schon fuer meine Reisebegleitung gestern):
Auf geht's Bayern!
Dive #1>
Zwischenfazit>
Dive #2>
Alle GoPro-Bilder
Nach einem Schildkroeten-reichen (Go)Pro-log im Schnorchelparadies Akumal, bot sich vor Cancun ein erster Brocken in Form eines Schiffwracks.
Knappe 30 Meter unter der wellenreichen Oberflaeche und umgeben von einer Stroemung, die der Divemaster als 'die schlimm....aeh aufregendste seit langem' bezeichnete, war es zwar ein ein Knochenjob, das Prachtstueck zu betauchen, gleichzeitig aber auch jede Schrecksekunde wert.
Zurueck an Board war ich zudem froh, den Segelturn von Panama nach Kolumbien nicht angetreten zu haben, denn noch bevor wir am Driftdive-spot angekommen waren, gab es von meiner Seite Futter fuer die Fische.
Von der Aussage 'Unter Wasser gibt es keine Seekrankheit' befluegelt, ging es zurueck ins warme Nass. Zum Glueck! Es war ohnehin gerade Skepsis in mir aufgekommen, ob das Schnueffeln an Orangenpelle tatsaechlich hilft oder das Bild doch nur zur allgemeinen Belustigung dienen sollte.
Der Feind des ersten Dives - die Stroemung - praesentierte sie sich beim zweiten Tauchgang als Spassmacher Nummer eins. In Schraeglage ging es vorbei an einer Unmenge riesiger Loggerhead-Turtles, Hummer und Kugelfische, sodass die Rueckkehr an Land am Ende mit einem lachenden und einen weinenden Auge zu sehen war.
Allem Wellengang zum Trotz hat der Tauch-Fix die richtige Wirkung gezeigt und so sind die naechsten Ziele abgesteckt: Wenn es nicht allzu teuer wird, bietet das Blue Hole in Belize den absolut perfekten "Tiefpunkt" mit ca. 40 Metern ehe in Honduras dann das zweite Tauchzertifikat bezahlbar wird.
Kuba ist aufgrund dubioser Devisengeschaefte vom Tisch (in die Schublade fuer spaetere Reisen).
Stattdessen geht es heute Abend um 22h15 Orszeit im Uebernachtbus nach Belize. Die Hoffnung besteht, dass es bei einer puenktlichen Ankunft auf Caye Caulker irgendwo das Champions League Finale zu sehen gibt.
In diesem Sinne gilt (wie auch schon fuer meine Reisebegleitung gestern):
Auf geht's Bayern!
Dive #1>
Zwischenfazit>
Dive #2>
Alle GoPro-Bilder
Donnerstag, 10. Mai 2012
Arriba!!!
Auf auf und bye bye Sued- and welcome back Mittelamerika!
Nach gechillten letzten Tagen im wahrhaften wunderbaren Kolumbien ist drei Monate nach Reisebeginn Schluss mit dem Abstecher auf den viertgroessten Kontinent der Erde. Maya ersetzen fortan wieder Inka, "acá" heisst wieder "ahí" und 'Corona' und 'Sol' verdraengen 'Club Colombia' und 'Aquila' aus Kuehlschraenken und Leber.
Zurueckgelassen werden beim zweiten Abschied in 10 Tagen auch Charlies Engel Chloé, Claire und Caz, die der Schwedenfraktion unterhaltungstechnisch in nichts nachgestanden und dem Nationalpark Tayrona den letzten Pinselstrich natuerlicher Schoenheit gegeben haben.
Schwerer Schlag koennte man meinen, waere da nicht dieses deutsche Maedel, dem ich nur 40 Minuten nach Ankunft in Cancun begegnet bin. Ansteckende Freude, unmittelbare Vertrautheit, ein Rucksack voller Heimatgefuehl, Fotoequipment, identische Reiserouten...was soll ich sagen, wir teilen uns seitdem Doppelzimmer, Palmenschatten....und meine Kreditkarte. Wenn man sich eben um den Finger wickeln laesst.
Nur minimal weniger beeindruckt hat mich das Land, das wir gemeinsam durchqueren. Links und rechts der nicht enden wollenden Strassen waechst zwar nur Gestruepp, aber Mexicos Straende sind die schoensten, die mir bei all meinen Reisen zwischen die Zehen gekommen sind und das Wasser koennte klarer nicht sein. Deshalb verwundert es auch nicht, dass sich die Schildkroeten in Akumals Lagune nicht scheren, wenn sie fuer Unterwasseraufnahmen herhalten muessen. Zu schoen ist einfach ihre Heimat.
Ganz gleich ob in Playa del Carmen, Tulum, Akumal oder bei den Ruinen von Coba und Chichen Itza: das Ausmass der US-amerikanischen Invasion ist zumutbar.
Zwei Sicherheitsvorkehrungen sind dennoch getroffen:
1. Ihr Stuetzpunkt Cancun wurde bei Ankunft und auch nach der Rueckkehr gestern sofort verlassen. Stattdessen lautet die Wa(h)lheimat fuer die zweite und letzte gemeinsame Woche "Isla Mujeres" (haelt nicht so ganz was der Name verspricht, aber sonst waer ich wohl auch nicht vom Schiff gelassen worden).
2. Um etwaige imperialistische Infektionen direkt aus dem System zu spuehlen, wird momentan intensiv ueber eine einwoechige Kur auf Kuba nachgedacht...ihr wisst schon, nur um ganz sicher zu gehen anschliessend wieder quietsch-'Fidel' zu sein!
'Versprochen ist versprochen', das wusste schon Arni im gleichnamigen Film und deshalb hier nun wieder Bildmaterial:
Gopro:
Verschmutzte neue alte Spiegelreflex:
Dienstag, 24. April 2012
Fair Trade in Kolumbien
..und dann haelt er ihn doch noch in den Haenden, den so zynisch in einem hoffnungsfrohen Gruen gehaltenen Ersatzreisepass..Oh du wunderschoene Kostbarkeit, auf geht's nach Kolumbien. Es sind doch nur 40 Stunden:
- 02 Stunden - Taxi ueber die Grenze von Arica, Chile nach Tacna, Peru
- 22 Stunden - Bus von Tacna nach Lima
- 04 Stunden - Aufenthalt in Lima inkl. Ticketbeschaffung, Check in und 02 Stunden Warteschleife bei expedia
- 03 Stunden - Flug Lima - Bogota
- 04 Stunden - Naechtlicher Aufenthalt am Bogota Airport
- 01 Stunden - Flug Bogota - Barranquilla
- 04 Stunden - Bus Barranquilla - Cartagena
Klingt viel, ist viel. Aber Cartagena ist es wert.
Die Stadt, die mit dem Prostitutionsskandal um Obamas Secret Service eine Woche vor meiner Ankunft mehr Wellen geschlagen hat, als jeder Beachbreak in Arica es jemals koennte, kann eine Altstadt vorweisen, die ihres gleichen sucht.
Doof nur, dass Per, Emil, Anna und ich bei wohltemperierten 35° und einer gefuehlt vierstelligen Luftfeuchtigkeit Tag um Tag dem Pool im Innenhof des Hostels erliegen. Seis drum, wir haben einander viel zu berichten und ich geniesse es, mal wieder mit Leuten zu quatschen, ohne zunaechst den Standardfragen-Katalog abarbeiten zu muessen.
Wir bleiben drei Naechte und machen eine dieser zum Tag. Noch bevor ich am naechsten Tag aufstehe, ist Dortmund Deutscher Meister und El Classico steht vor der Tuer! Nichts wie los in die bayrische Kneipe, in der man von deutschem Fussball an diesem Tag so gar nichts wissen will und froh ist, dass die Hundertschaft Kolumbianer keine Ahnung hat, wer Kloppo ist.Glueckwunsch euch viel zu zahlreichen BVB-Fans! (Herr Beise, ich denke ich schulde Ihnen eine Kiste Bier! Sie wird getrunken, wenn Hannover naechste Saison das erste EL-Spiel bestreitet!)
Zwei genugtuende Weizen spaeter steht die Busfahrt nach Taganga auf dem Plan. Fuenf Stunden on und off und wir erreichen mein momentanes Domizil. Strand? Ja, aber nicht so doll....Warm? 41 Grad, alter Schwede!...Pool? Was meint ihr, wo ich gerade sitze um diesen Eintrag zu schreiben.
Alles scheint perfekt, waere da nicht der bevorstehende Abschied. Gerade erst wiedervereint muessen sich Per und Emil vorgestern auf den Weg nach Hause machen und nachdem Anna bereits in Cartagena geblieben ist, heisst es nach 2 1/2 Monaten zur Halbzeit der Reise also entgueltig: Auswechseln! Es ist wahrlich kein Magath-Wechsel, der zur Pause wegen fehlender Leistung durchgreift. Es ist einer dieser unvermeidbaren, die dem eigenen Spiel so schaden koennen.
Zum Glueck ist die Bank aber gut bestueckt und so bin ich nach einer letzten, gemeinsamen Eskalation guter Dinge, die verbleibenden Tage in Kolumbien mit Carlos, Chloe und Claire c-lebrieren zu koennen.
Ein grosser Teil davon soll unter Wasser stattfinden, sofern der Klimaanlagen-Schnupfen bis morgen abgeklungen ist.
In sechs Tagen dann bin ich in Cancun und werde den Teufel tun und meine Zeit mit Blogschreiben verbringen. Beschwerdebriefe koennt ihr nach Kassel schicken! ;)
Sonntag, 15. April 2012
Blog sei Dank!
Zwei Wochen ist der letzte Eintrag her und zu behaupten 'Damals war die Welt noch in Ordnung' rangierte bei den Untertreibungen dieser Reise zunaechst irgendwo zwischen "Der zweite Tag auf der Tour zum Macchu Picchu ist ziemlich anstrengend" und "Das Ei im Pisco Sour schmeckt beschissen und verursacht nichts als Uebelkeit"....
Und da haben wir es direkt: Umlaute! In solchen Faellen(!) muessen(!) seit dem letzten fortan zwei Anschlaege(!) bemueht(!) werden. Schliesslich sind die Tastaturen der Gemeinschaftscomputer nicht nur dreckiger als die meines - in der kurzen Zeit des Besitzes mir so sehr ans Herz gewachsenen - Asus-Minis. Nein, sie scheinen zudem auf einem Level der deutschen Sprache maechtig, das mein Spanisch im Vergleich auf "verhandlungssicher" anhebt.
Neun Tage ist der Diebstahl mittlerweile her und nachdem die Momente, in denen ich realisiere "Mist, das war auch im Rucksack" in ihrer Hauefigkeit abnehmen, vermag ich eine vorlauefige Liste, der abhanden gekommenen Dinge zu praesentieren:
- Reisepass (100€)
- Laptop (1000€)
- Kamera inkl. Objektiv (1500€)
- Drei Speicherkarten (40€)
- Kopfhoerer (40€)
- Bargeld (60.000 Kolumbianische Pesos, 10 Euro, 15 USD)
- Anschlussflug am 9.4. Lima - Cali (400€)
- Handy-Ladegeraet (5€)
- Buch (3€)
- Lonely Planet Suedamerika (20€)
- Spanisch Grammatikheft; unbenutzt! (10€)
- Haarband (4€)
- Sonnencreme (10€)
- Drei Reisepartner (unbezahlbar!...Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen...fuer alles andere...)
Letztere sind planmaessig am Tag nach der Ankunft weiter nach Arequipa und dann nach Lima um von dort den Weiterflug nach Kolumbien anzutreten.
Ich hingegen, haenge seit Passverlust im Norden Chiles und warte auf den Ersatz, den ich vor neun Tagen beim netten Honorarkonsul hier in Arica beantragt habe.
Leider schickt dieser die Formulare auch nur nach Santiago und dort scheint man es mit der Arbeitsgeschwindigkeit wie die Suedamerikaner zu halten. Zugegeben: Es war Ostern, aber selbst Jesus haette mit ans Kreuz genagelten Haenden wohl schneller einen neuen Pass ausstellen koennen.
Avisiert ist das stempelfreie Exemplar nun fuer morgen, Montag. Anschliessend geht es schnellst moeglich nach Peru bzw. Lima um einen Flug an die Kueste Kolumbiens und vor Ort dann die verloren geglaubten Reisepartner zu finden. Emil, Per und Anna bleiben nur noch bis zum 26. und vorher soll schon nochmal zusammen gefeiert werden!
Meine Zeit in Arica habe ich mir mit Surfen vertrieben. Ein gutmuetiger 100 Meter Beachbreak hat sich meiner angenommen und mir laengst verloren geglaubte Minimal-Skills auf dem Brett zurueckgebracht und so laesst es sich im sonnigen Gefaengnis eigentlich doch ganz gut aushalten.
Ansehnlich war das ganze aber ganz bestimmt dennoch nicht und deshalb schmerzt es nicht wirklich, dass dieser Beitrag ohne Bilder der letzten zwei Wochen auskommt!
Allen (drei bis vier) regelmaessigen Lesern sei aber die Angst vor zu viel schlecht geschriebener, bildloser Lektuere genommen: Am 30.4. gibts am Airport in Cancun mit dem langersehnten Besuch der Freundin nicht nur ein bezauberndes, zusaetzliches Motiv, sondern auch eine Ersatzkamera. Und selbstverstaendlich werden auch die anschliessend geschossenen Bilder hochgeladen. Schliesslich ist der Upload fuer diesen Blog (und somit indirekt euer Interesse) der Grund, warum ich zumindest noch ein paar Bilder in mittelmaessiger Qualitaet habe.
Was bleibt mir zu sagen....Das Tattoo stammt ja nicht umsonst aus dem Lied:
L.I.F.E.G.O.E.S.O.N!!!!
Was bleibt mir zu sagen....Das Tattoo stammt ja nicht umsonst aus dem Lied:
L.I.F.E.G.O.E.S.O.N!!!!
Sonntag, 1. April 2012
Neverending Anden
EDIT:
Bilder Woche 09
Long time no hear/read. Hier die überfällige und - wehe wenn nicht - schmerzlich vermisste Zusammenfassung der letzten Tage.
Bilder Woche 09
Long time no hear/read. Hier die überfällige und - wehe wenn nicht - schmerzlich vermisste Zusammenfassung der letzten Tage.
Mit dem großen Highlight Machu Picchu verabschieden wir uns erst einmal von Peru. Am 9.4. geht unser Flug von Lima nach Kolumbien und wir werden vorher sicherlich noch einige Tage in Arequipa verbringen, aber jetzt heißt es erstmal wieder Geld wechseln.
Zusammen mit zwei Kanadierinnen und einem Waliser machen wir uns auf den Weg zum Titicacasee. Zunächst noch auf peruanischer Seite in Puno und auf den davor schwimmenden Schilfinseln, machen wir uns am selben Tag noch auf den Weg nach Bolivien.
Der erste Eindruck macht Laune: Kaum über die Grenze marschiert, stoppt unser soeben wieder bestiegener Bus und alle werden gebeten auszusteigen. Die restlichen ca. 4km bis zum Zielort mögen wir doch bitte zu Fuß gehen. Die Straße sei blockiert.
Gesagt, gemurrt, getan. Und so erreichen wir mit Hilfe unserer in den letzten Tagen viel zu sehr geschundenen Füße Boliviens Copacabana. Das kleine, verschlafene Städtchen gefällt auf Anhieb, denn wir gönnen uns den Luxus und mieten uns in einer über-stylisch designten Unterkunft ein "Vierer-Ei" und zahlen mit 18 USD pro Nase das ca. sechsfache des landesüblichen Bettenpreises.
Bereuen tun wir diesen Schritt weder beim nächtlichen Sit-in, noch am nächsten Morgen, als der malerische Blick über die Bucht ans Fenster klopft.
Nach einer perfekten Dusche und einem akzeptablen Frühstück am Hafen geht es aufs Boot zur paradiesischen Isla del Sol, auf der nach dem Inkaglauben alles Leben entstanden ist. Weite Blicke über den See bis zu den schneebedeckten Sechstausendern machen vergessen, dass im Restaurant der Wahl leider nur einer das Hühnchengericht ordern kann.
Nach einem strammen Marsch über die Insel begeben wir uns Tags drauf zurück nach Copacabana und feiern Pers Geburtstag im Restaurant mit Coldplay Live-DVD.
Die obligatorische Party folgt am nächsten Abend in La Paz. Zusammen mit dem schwedisch-Bolivianer Juan, der den gleichen Bus bestiegen hatte und uns mit in das Hostel nimmt, in dem er „arbeitet“, tauchen wir ins Nachtleben ein und freuen uns am folgenden Tag, dass alle bei dem Versuch gescheitert sind, sich zu ersaufen.
Wir entscheiden uns, der Stadt, die durch zig Straßenblockaden so schwer zu erreichen und bei Ankunft doch so überwältigend war, auch bei Tageslicht eine Chance zu geben und führen unsere Kater aus. Belohnt werden wir durch die Kapellen der Marine, Luftwaffe und Polizei, die mit ihren ABBA-Medleys die Herzen meiner skandinavischen Wegbegleiter höher schlagen lassen.
Inspiriert von dieser zeitlosen Kunst begeben Emil und ich uns am nächsten Tag ins Tattoostudio und glauben fest daran, dass auch unsere Ideen in dreißig Jahren noch so gut ankommen. Zwischenfazit: Noch gefällt’s!
Anschließend in den schlimm ausschauenden Bus, ab nach Potosi und gekonnt die Minen ignorieren, schließlich regnet es und es kommt Champions League.
Ohnehin gilt es die Aufnahmefähgkeit zu schonen, denn nur zwei Tage später heißt es endlich Uyuni, oder sollte ich sagen: Oh-Yeah-ni!? Es ist nicht die Stadt selber, die überragt, aber als Startpunkt für die unglaublichen Salz- und Dali-esken Mondlanschaften gebührt diesem Ort ein Teil der immre noch in mir weilenden Euphorie. Schaut einfach selbst! (Als Stadtslogan empfehle ich „Who the fuck is Machu Picchu!?)
Geschrieben ist dieser Beitrag on the road und am aktuellen Aufenthaltsort Iquique in Chile, wo es sich Samstags zur Überraschung aller sehr gut feiern lässt.
Montag, 19. März 2012
Matsch-Schuh Picchu
Bei allem Sehenswerten der letzten Woche, kann und wird es in diesem Eintrag doch nur um das eine gehen:
Am Checkpoint - Anna ist masculino und ich bin aus Dinamarca
Chef Nicolas:
Dieser Weg...:
Mi Casa:
Start Tag 3:
Das Ensemble:
Bronze für Deutschland:
Kunst oder doch Verschandlung?:
Die Wanderung entlang des Inkapfads zum Machu Picchu, der Hauptattraktion Südamerikas!
Erst 1911 entdeckt ist dieses alte Inkadorf seither das Nonplusultra des Backpackertums in Peru.
Um den Ansturm der Massen zu kontrollieren, hat das Kultusministerium vor einiger Zeit festgelegt, dass täglich maximal 500 Leute ihren Hike auf dem heiligen Weg starten und höchstens 1000 Gäste gleichzeitig Machu Picchu besuchen dürfen. Heißt, um dabei sein zu dürfen, muss man sich früh genug anmelden und eine Stange Geld hinlegen.
Ist das alles erledigt und das nötigste gepackt, kann es endlich losgehen. So geschehen für uns am Donnerstag.
Unsere Gruppe besteht dabei zunächst aus den üblichen vier und einem 42 jährigen Holländer Namens Eric. Kurz darauf wird das Team durch ein französisches Pärchen samt Guide komplettiert, sodass unsere schlagkräftige Truppe am Ende aus sieben hochmotivierten Gästen und zwei Guides besteht (Miguel und Hugo).
Instruktionen gab es bereits am Tag vor dem Startschuss, sodass wir ein ungefähres Bild von dem hatten was uns erwartet:
Tag 1: Pick-up um 6Uhr und anschließend ein leichter Einstieg bis zum ersten Camp.
Tag 2: Der härteste Tag, zehn Stunden unterwegs, zwei Pässe, der höhere auf 4200m
Tag 3: Bergab und bereits um 13Uhr am Camp vor der letzten Kontrolle
Tag 4: Wecken und 3Uhr um als eine der ersten Gruppen durch die Kontrolle und am Sonnentor zu sein.
Und hier nun das Fazit jedes Tages:
Tag 1: Ein leichter Einstieg ist ein leichter Einstieg und die drei Gänge Menüs, die der Koch auf seinem Gaskocher zaubert, sind einfach sensationell gut.
Tag 2: Der härteste Tag der Tour ist gleichbedeutend mit dem anstrengendsten Tag meines Lebens. Die Selbstzufriedenheit, meinen acht Kilo schweren Rucksack über die beiden Berge gehieft zu haben, erreicht dennoch nich ansatzweise das Maß an Bewunderung für die vier Träger, die in Sandalen mit bis zu 30 Kilo schwere Portionen unserer Zeltausrüstung und Verpflegung zum nächsten Checkpoint laufen.
Tag 3: Bergab tut mit Muskelkater höllisch weh. Aber endlich wieder unter 3000m zu sein und in der Sonne statt im nassen Dickicht der Wolken zu baden, ist eine Wohltat.
Tag 4: Als zweite Gruppe in der Schlange am Checkpoint, zusammen mit Per und Emil als erster am Sonnentor. Dass es da wegen der ganzen Wolken nichts zu sehen gibt, schmälert den Erfolg dabei nicht.
Und dann verziehen sich die Wolken und Machu Picchu offenbart, warum es so eine Faszination auslöst. Viel beschreiben kann ich hier nicht, und da euch Bilder eh besser gefallen, schaut einfach selbst.
Festzuhalten bleibt vorher nur noch, dass der Preis von 380$ plus Tips für die Crew für dieses viertägige Erlebnis ein Witz ist und ich im Nachhinein wohl auch das doppelte bezahlt hätte.
Die Gruppe
Am Checkpoint - Anna ist masculino und ich bin aus Dinamarca
Chef Nicolas:
Miguel und Hugo:
Der zweite Peak:
Dieser Weg...:
Mi Casa:
Start Tag 3:
Runiös:
Lama Scherz:
Das Ensemble:
Bronze für Deutschland:
Kunst oder doch Verschandlung?:
Alle Bilder der vergangenen Woche:
Samstag, 10. März 2012
In Peru, in Peru, in den Anden...
Das Video hat es schonungslos offenbart:
Strand und Meer, mag André sehr, doch surfen lernt er nimmer mehr!
Nichts wie runter also vom allzu glatten Meeresspiegel! Auf gehts, von null auf 3.400 Meter! Nur wie?
Zwei Optionen stehen zur Wahl:
- 22 Stunden Bustour für 60€
- 1 Stunde Flug für 80€
....hmmmmmm
Nix wie rein also in den halbgefüllten Flieger und ab nach Cuzco. Im Rückspiegel wird Lima immer kleiner und nicht lange nach dem Start ist die acht Millionen Stadt hinter den ersten Erhebungen der Anden verschwunden.
Mit an Board sind Anna, Per und Emil, die (m)ich nun mittlerweile seit meiner ersten Woche in Costa Rica begleite(n). Nicht in den Flieger geschafft haben es Emils Macbook und sein iPhone. Beides wurde ihm im Hostel in Lima geklaut, wodurch er in der Diebstahl Bestenliste an Anna vorbeigezogen ist. Diese hatte ihr iPhone bereits in Panama City in einem Taxi aus der Hand gerissen bekommen.
Während bei den anderen der Füllstand des Backpacks also immer weiter sinkt, schlage ich beim offiziellen Wiegen am Airport mit 19Kilogramm meine eigene Bestmarke. Der Grund: neue Wanderschuhe. Denn nur dafür geht es nach Cuzco.
Das 350.000 Einwohner Städtchen ist die Basis für alle Hikes zur berühmtesten Sehenswürdigkeit Südamerikas, Machu Picchu. Und genau da soll es hingehen. Schließlich will ich das ganze Wanderequipment und die langen Klamotten am Ende ja nicht umsonst mitgeschleppt haben. Vier Tage, drei Nächte für knackige 380$. Man lässt sich sein Weltkulturerbe eben was kosten. Los gehts am Donnerstag, also erst in fünf Tagen, da der Inkapfad auf 500 Startplätze pro Tag beschränkt und weitesgehend ausgebucht ist.
Bis dahin werden wir damit beschäftigt sein, die von der Höhenkrankheit gebeutelten, schwachen Glieder durch das wunderschöne Cuzco und die umliegenden heiligen Dörfer zu schleppen. Und wenn es eben mal doch wieder regnet - und das tut es hier dann doch relativ häufig - dann werden fünf Euro investiert um den Körper eine Stunde lang auf der Massagebank zu rehabilitieren. La vie est belle!!!
Schon doof, wenn "Feuer" für "Lama" (llama) missverstanden wird und statt einer flammenden Krone ein Alpaka das Haupt der "madre patria" ziert!
Frei Schnauze:
Alle Fotos aus Woche sechs gibt es hier:
Dienstag, 6. März 2012
Failure!
Ich denke, ich kann's (ein ganz klein bisschen) besser. :)
Umso erheiternder wenns ned hinhaut...denn ich weiß, ihr seht mich lieber versagen.
Enjoy:
Umso erheiternder wenns ned hinhaut...denn ich weiß, ihr seht mich lieber versagen.
Enjoy:
Sonntag, 4. März 2012
Käfer statt Mücken - El nuevo Sol
Neue Sonne - so lautet die Währung Perus und beschreibt damit perfekt den ersten Eindruck bei meiner Ankunft in Südamerika.
Nach einem Zwischenstopp im altbekannten San José heißt es gegen 15Uhr Ortszeit Touchdown in der sieben Millionen Stadt Lima, Peru. Schon Minuten vor der Landung ist klar, es wird anders sein als in Panama und Costa Rica. Der Blick aus dem Fenster fällt auf viel Sand und einen nicht enden wollenden Häuserwald. Gestoppt wird beides erst durch die majestätischen Anden im Osten und den Pazifik im Westen.
Fragen kommen auf: Wo ist die Vegetation? Wo sind die Wälder, denen man das sehnliche Warten auf die Regenzeit regelrecht ansehen kann? Ein Blick auf das (K)Limadigramm liefert schließlich die vermeindliche Erklärung: Hier regnet es nicht...wirklich gar nicht. Eine der Übersichten zeigt für April tatsächlich 0,0mm durchschnittlichen Niederschlag an. Ich komme im März an und werde direkt am zweiten Tag daran erinnert. Nieselregen. Hatte der Guide in der antiken Ruine nicht gerade noch erklärt, dass die Trockenheit seinen Job rette, weil andernfalls die Lehmbauten zusammenfallen würden? Glück hat er: das Wasser erreicht bei der staubigen Luft kaum den Boden.
Mein Hostel "Kokopelli" liegt im Gringoviertel Miraflores, eine Alpaka-Spuckweite von der Pizza-Street und dem Samstags Nachts prall gefüllten Kennedy-Park entfernt. Ein Spaziergang offenbart das Ausmaß des westlichen Einflusses in diesem Bezirk...oder eher östlichen: VW Käfer..überall. Sie sind beinahe noch auffälliger als die Neonreklamen der Fastfoodketten und Malls, passen aber irgendwie besser ins Bild der Backpackerparadieses.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft beschließe ich, den nicht existenten Spanisch-Bemühungen neues Futter zu geben. Ein Buch soll her. Vielleicht gibt es dann auch mal irgendwann eine Unterhaltung mit den kolumbianischen Mitbewohnerinnen statt nur mit dem lettischen Bettnachbarn.
Nun muss in Südamerika kaum jemand Spanisch von Grund auf lernen und folglich gibt es in der Mall meiner Wahl nicht wirklich Lehrbücher. Eine dramatische Auswahl bilingualer Bücher später lautetd ie Ausweichlösung schließlich Hamlet! Ob's Sinn macht? No se!
Anschließend gibt es noch schnell einen beinahe Heimweh verursachend guten Shish-Kebab und dann geht es ab auf die Dachterrasse des Hostels.
Zu mehr reicht es nicht am zweiten Tag und so lautet die letzte Erkenntnis vor Schreiben dieses Eintrags: Peruanisches Bier schmeckt wirklich wirklich gut! - Irgendwo in diesem Land macht diese neue Sonne wohl doch Pflanzen glücklich.
Hablas esp....francés?
Alt:
"Der zu kleine Gärtner":
"Komm bei mich bei, wir machen Romantik am Atlantik" - "Aber dat is doch der Paziiifik" - "....das wusst' ich":
"Das A und O":
weitere Bilder hier im Ordner für Woche fünf
Nach einem Zwischenstopp im altbekannten San José heißt es gegen 15Uhr Ortszeit Touchdown in der sieben Millionen Stadt Lima, Peru. Schon Minuten vor der Landung ist klar, es wird anders sein als in Panama und Costa Rica. Der Blick aus dem Fenster fällt auf viel Sand und einen nicht enden wollenden Häuserwald. Gestoppt wird beides erst durch die majestätischen Anden im Osten und den Pazifik im Westen.
Fragen kommen auf: Wo ist die Vegetation? Wo sind die Wälder, denen man das sehnliche Warten auf die Regenzeit regelrecht ansehen kann? Ein Blick auf das (K)Limadigramm liefert schließlich die vermeindliche Erklärung: Hier regnet es nicht...wirklich gar nicht. Eine der Übersichten zeigt für April tatsächlich 0,0mm durchschnittlichen Niederschlag an. Ich komme im März an und werde direkt am zweiten Tag daran erinnert. Nieselregen. Hatte der Guide in der antiken Ruine nicht gerade noch erklärt, dass die Trockenheit seinen Job rette, weil andernfalls die Lehmbauten zusammenfallen würden? Glück hat er: das Wasser erreicht bei der staubigen Luft kaum den Boden.
Mein Hostel "Kokopelli" liegt im Gringoviertel Miraflores, eine Alpaka-Spuckweite von der Pizza-Street und dem Samstags Nachts prall gefüllten Kennedy-Park entfernt. Ein Spaziergang offenbart das Ausmaß des westlichen Einflusses in diesem Bezirk...oder eher östlichen: VW Käfer..überall. Sie sind beinahe noch auffälliger als die Neonreklamen der Fastfoodketten und Malls, passen aber irgendwie besser ins Bild der Backpackerparadieses.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft beschließe ich, den nicht existenten Spanisch-Bemühungen neues Futter zu geben. Ein Buch soll her. Vielleicht gibt es dann auch mal irgendwann eine Unterhaltung mit den kolumbianischen Mitbewohnerinnen statt nur mit dem lettischen Bettnachbarn.
Nun muss in Südamerika kaum jemand Spanisch von Grund auf lernen und folglich gibt es in der Mall meiner Wahl nicht wirklich Lehrbücher. Eine dramatische Auswahl bilingualer Bücher später lautetd ie Ausweichlösung schließlich Hamlet! Ob's Sinn macht? No se!
Anschließend gibt es noch schnell einen beinahe Heimweh verursachend guten Shish-Kebab und dann geht es ab auf die Dachterrasse des Hostels.
Zu mehr reicht es nicht am zweiten Tag und so lautet die letzte Erkenntnis vor Schreiben dieses Eintrags: Peruanisches Bier schmeckt wirklich wirklich gut! - Irgendwo in diesem Land macht diese neue Sonne wohl doch Pflanzen glücklich.
Hablas esp....francés?
Jung:
Alt:
Älter:
"Der zu kleine Gärtner":
"In Deutschland ist der Sprit zu teuer":
"Komm bei mich bei, wir machen Romantik am Atlantik" - "Aber dat is doch der Paziiifik" - "....das wusst' ich":
"Das A und O":
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