Mittwoch, 29. Februar 2012

Shitty City Bang Bang

Waschechte Schießerei! Allerdings nur in der Spielhalle und nicht mit echten Waffen!
So passiert, weil zwei Holländerinen, ein Engländer und ein André die Redewendung "Zeit totschlagen" beim Wort nahmen und in einer Stadt ohne Seele einen Nachmittag ohne Sinn und Verstand verbrachten. Eine Menge Spaß inklusive. Ganze zwei Stunden lang wurden in einer langweiligen Mall in Panama City abwechselnd Skelett-Piraten und Skelett-Soldaten abgemetzelt. Der Abend brachte Burger für 10$ und überteuerte Cocktails in der Rooftop-Bar neben unserem Hostel. Dabei hatte das Menü mit dem "Happy-Endings"-Angebot doch zunächst noch an Thailand erinnert und ein ähnliches Preisniveau vermuten lassen...naja, was solls. Die Altstadt, in der ich wohne hat zugegebener Maßen ein riesen Potenzial und wird in  5 - 10 Jahren komplett renoviert ein Prunkstück Mittelamerikas sein, da bin ich mir ganz sicher. Vielleicht wollte man also nur nicht die Getränkekarten neu drucken, wenn es soweit ist.
Die Erkenntnis des Tages war schließlich so erschreckend wie das Funkeln in den Augen der Mädels beim Morden: In Panama City kann man Spaß haben...man muss nur die richtigen Leute kennen.
Heute morgen haben sich die Herrschaften dann von mir und der Stadt verabschiedet und zweiteres werde ihnen morgen gleichtun. Zusammen mit sieben anderen Leuten (u.a. den vier Norwegern) geht es nach Portobelo um endlich ein Schiff nach Kolumbien aufzutreiben. Sollen sie doch kommen, die karibischen Skelett-Piraten. Ich bin vorbereitet!
Auf zu neuen Ufern! Arrrrrggh!


La gente:



 
                  



 Panama Viejo:

 

Let's go to the Mall
(copyright by Robin Sparkles):










weitere Bilder

Sonntag, 26. Februar 2012

Bock auf Bocas!

Die Stimmen bei den Oscars sind verstummt, Gauck ist so gut wie Bundespräsident  und der BVB verweilt auch nach dem 23. Spieltag weiter an der Tabellenspitze. Was sonst noch wichtiges in der Welt passiert ist, jetzt im Alemanloco-Newsflash:


°°Anhaltende Kraftwerkarbeiten in Changuinola°°
Saft-, aber keines Falls kraftlos zeigte sich Bocas del Toro auch an den Tagen drei, vier und fünf(!) der Karnevalsfeierei. Zwar verhinderten klug angesetzte Wartungsarbeiten an der örtlichen Stromversorgung eine Musik-Melange à la Panama City, den Teufel ließen sich die vielen Local-Touristen dadurch dennoch nicht austreiben. Hierfür nahmen sie viel lieber selber das Heft bzw. die Peitsche in die Hand und inszenierten überaus ehrgeizig und bedauernswert fleischlos ihre Karnevalsrituale.


°°Laola fernab des Fußball°°
Buntes Treiben allen Ortes also. So auch am überaus tauglichen Pointbreak auf der Rückseite der Insel Caranero. Bei bis zu 2,5m Wellen erwiesen sich Linke und Rechte anders als in der Politik bedingungslos einträchtig und beständig. Die deutschen Surfgrößen Martin Ahrens und André Vonau zeigten sich bei diesen vorzüglichen Bedingungen in Bestform und konnten sich im einstelligen Teilnehmerkreis täglich Platzierungen unter den Top10 sichern.


°°Panama City ist ausgebucht°°
Ratlosigkeit, Panik, Couch - ob du wirklich richtig schläfst, siehst du wenn das Licht angeht. Rückkehrer nach Panama müssen sich darauf gefasst machen, auf einem der Gemeinschafts-Sofas des favorisierten Hostels zu nächtigen. Horden verzweifelter Backpacker belagern die Stadt, die einen so nervenaufreibend startenden Aufenthalt auf keinen Fall wert ist. Die eigene Vernunft rät Transit-Gestrandeten, möglichst schnell die Segel zu streichen und anschließend wieder zu hissen.


=== Und nun die Ländervorhersage für die kommende Woche ====


Ein voraussichtlich übermorgen aufkommender Nordwestwind treibt über das San Blas Archipel in Richtung Kolumbien. Der ca. 5 Tage anhaltende Sturm dürfte einen finanziellen Schaden von etwa 450$ verursachen und entstehendes Treibgut aus deutscher Eiche und norwegischer Fichte bei Cartagena an Land spülen.


-----
Da die Bilder der vergangenen Woche bereits im vorherigen Post enthalten sind, erlaubt sich der Autor an dieser Stelle zwei Selbstportäts.


Der Surferboy:                                                     Der Backpacker:
 







Dienstag, 21. Februar 2012

Karneval satt in Panama Stadt

Dritte Woche, drittes Land. Am 20. Tag meiner Reise heißt es: Bienvenidos a Panama! Aber der Reihe nach, es gibt einiges zu berichten:

Woche drei startet mit dem Abschied aus Tamarindo. Entgegen vorherigen Lautbarungen geht es nicht nach Jaco. Nach vier Stunden Shuttlebusfahrt durch Dickicht und Flussbetten der nicoyanischen Halbinsel heißt das Ziel am Ende stattdessen Santa Teresa/Mal Pais.
Der schwer zu erreichende Ort ist ein Mekka für Surfer und Brüllaffen gleichermaßen und bietet fernab großer Feierei die Gelegenheit, sich vollkommen auf die Perfektion des Duckdives zu konzentrieren.
Mein vom spanischen Gute-Laune-Bär geführtes Hostel "Casa del Mar" ist perfekt gelegen und nahezu vollkommen in skandinavischer Hand. Da die Einladung zum gemeinsamen Dinner im Hostel eigenen Grill nicht lange auf sich warten lässt, komme ich zu der Erkenntnis, dass das vollkommen in Ordnung geht.
An Tag zwei gesellen sich einige bekannte Gesichter aus Tamarindo dazu und man versammelt sich unter perfektem Sternenhimmel zu einer illustren Lagerfeuerrunde am Strand.

"Look at the stars, and how they shine for you....and it was all "mellow"!

Aber da war ja noch was: Martin hatte sich angekündigt. Es verblieben nur noch 2 Tage bis zu seiner Ankunft in Panama und ich war noch zwei Hauptstädte und ca. 22 Stunden Busfahrt entfernt.
Nach einigem Hin und Her wegen des grenzüberschreitenden Bustickets konnte ich am 16FEB um 12 Uhr in den Bus nach San José steigen (wo mich zwei Australier mit zu ihrem perfekten Hostel nahmen), um nach einer kurzen Nacht am nächsten Tag den 16 Stunden-Tripp nach Panama zu starten.
Drei schlechte Filme und eine Grenzkontrolle bei der man sich in einem selbigen wähnte später, komme ich also um 5Uhr morgens in Panama Stadt an. Ich realisiere: In Mittelamerika gibt es Städte mit Skyline....und zonas rojas, roten Zonen.
Unser Hostel, dass von Martins Flugzeugbekanntschaften ausgesucht worden war, liegt nicht in einer solchen, sondern in der Altstadt (Casco Viejo), die zwischen Verfall und wunderschöner Restauration des spanischen Kolonialstils wandelt.
Am Nachmittag steht der obligatorische Besuch des Panama Kanals bzw. viel eher des Locks an. Fazit: Sollte man gesehen haben (...wenn man in Panama ist)!

Viel unabkömmlicher erscheint während unseres Aufenthalts aber die Teilnahme am größten Karneval Mittelamerikas. Da die Energie am Abend nicht mehr dazu reicht und ohnehin von ewig langen Schlangen am Einlass berichtet wird, entscheiden wir, am nächsten Tag zu feiern.
Und so erkennen wir, dass nicht nur Gott sondern auch die Welt am siebten Tag die Arbeit ruhen lässt.
Einige Biere, Schaumduschen und Wasserattacken später geht es zurück ins Hostel, denn die Abfahrt naht. 10 Stunden Busfahrt stehen auf dem Programm, zurück gen Norden nach Bocas del Toro. Und dort sind wir nun, haben den ersten Tag mit schlechterem Wetter und für uns Anfänger nur schwerlich surfbaren Wellen verbracht und hoffen, dass vielleicht heute mal der Strom auf der Insel anbleibt damit nicht nur das Partyvolk die Lampen anhat.

So, und wer den Buchstabensalat übersprungen und bis hierher vorgescrollt hat, um einfach nur ein paar Bilder zu gucken, der ist nun endlich am Ziel: Viel Spaß!

Santa Teresa, Costa Rica

Ausgang Hostel, Eingang Paradies:

Das große Kribbeln:


Das große Krabbeln:

Es war ja schließlich Valentinstag:


"Schwanzwitz":


Uh uh, ah ah, sexy eyes, I'm gonna take you to paradise:


Casa del Mar:



San José, Costa Rica


Pangea Hostel:






Panama Stadt, Panama


Panama Kanal - Bus:


Panama Kanal - Schiff:


Panama Kanal - Haus:



"Beachbreak a la Panama":



EDIT: Hier findet sich die bildliche Zusammenfassung der dritten Woche:


Nicht wundern, dass es die anderen Wochen noch nicht gibt und auch beim obigen Link noch welche fehlen. Das Internet ist einfach überall in Mittelamerika so langsam, dass der Upload über mehrere Nächte verteilt werden muss.




Samstag, 11. Februar 2012

Pura Vida!

Semana numero dos neigt sich dem Ende zu. Der Big Apple ist abgekaut, André braucht Meer!
Der finale Tag in New York wurde passender Weise Superbowl-feiernd mit den anderen Wahlhipstern im Hostel verbracht. Die Regeln kannten vielleicht zwei Leute, der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.
Am nächsten Tag gings dann los: Vamos!

Newark Airport > Houston > Liberia, Costa Rica
Ankunft gegen 21 Uhr, im Guesthouse gegen 22:30 Uhr. Ab ins Bett!

Am nächsten Tag feststellen, dass Liberia wie erwartet außer der notwendigen Flipflops nichts zu bieten hat und deshalb ab zum Busterminal um dem Ruf des Meeres zu folgen. Next Stop: Tamarindo.
Und genau dort bin ich seit Dienstag nun, versuche mich mal wieder am Surfen und genieße Bier für 1,50$ und die Gesellschaft vieler netter Backpacker auf der Gemeinschaftsveranda.

Montag solls weitergehen, wahrscheinlich Richtung Jaco. Von dort aus ist es dann nicht mehr so weit bis Panama, wo Martin am Freitag für zwei Wochen ankommt.

Und hier nun Bilder für das literaturfremde Pack unter euch:

Hostel Liberia (Guesthouse Guanacaste):



Hostel Tamarindo (Pura Vida Hostel):


Say Hello to my little friend:

Tamarindo:

Edit: Hier die bildliche Zusammenfassung der zweiten Woche der Reise:


Woche 02 - Costa Rica -07.02.12-12.02.12 - Liberia,Tamarindo

Und hier die Bilder vom Bettnachbarn Brad als das halbe Hostel sich am surfen versucht hat:




Samstag, 4. Februar 2012

Die verbotene Frucht: Der Big Apple


Da ist er also, der erste Eintrag von unterwegs. Letzten Montag ging es endlich los. Letzte Vorbereitungen wurden erfolgreich getroffen und eine Menge Geld für hoffentlich zu irgendeinem Zeitpunkt nützliches Equipment ausgegeben.

Die wichtigsten generellen Erkenntnisse der ersten Etappe in chronologischer Reihenfolge
(ich versuche mich grrundsätzlich kurz zu halten; nicht weil ich schreibfaul bin, sondern weil ich weiß, dass ihr lesefaul seid):

  • Wenn man plötzlich doch viel mehr zurücklässt, als man dachte, ist das irgendwie ein schönes und frustrierendes Gefühl gleichzeitig.
  • Einseitiger ist das Sentiment, wenn es sich bei den zurückgelassenen Sachen um FlipFlops und den Rasierer handelt. Naja, es hätte mich schlimmer treffen können.
  • 9 von 10 AirBerlin Mitarbeitern wissen nicht, dass ein Weiterflug nach Costa Rica zur Einreise in die USA ausreicht und werden dafür vom Zehnten ausgelacht. Man sollte sich direkt an das männliche Bodenpersonal wenden - Für mich als Knirps nicht das allergrößte Problem, aber keinen eigenen Screen und nur eingeschränkte Beinfreiheit zu haben, ist mittel-gut. Für 220€ aber vollkommen akzeptabel.
  • Man zahlt 5$ um vom JFK nach Brooklyn (oder irgendwo anders hin) zu kommen und es kann passieren, dass man bei der Fahrt durch Brooklyn der einzige weiße im Zug ist.
  • East Williamsburg, das Viertel, in dem The NY Loft Hostel liegt, ist eine Hipster-Hochburg, wie sie sich Berliner Kasperköppe nur erträumen können.
  • Das Hostel meiner Wahl ist voll mit netten Leuten und schlechtem, typisch amerikanischem Süßigkeiten-Frühstück inkl. Orangensaftpulver(!)
  • Einer meiner Roommates, Dan Martin, ist Extremsportler und hat bereits 55.000km mit dem Fahrrad zurückgelegt (Axis of Evil: Nordkorea, Irak, Iran, Afghanistan...bis nach Kapstadt) und plant ab März für ca. sechs Monate von New York nach Frankreich zu schwimmen (!!!!). Lustiger Weise ist er, wie er selbst in bestem englisch-deutsch sagt: "Stabil gebaut", was auf den ersten Blick nicht sonderlich sportlich erscheint, aber im Atlantik gut warm hält und deshalb bewusst antrainiert ist. > Mehr auf www.danmartinextreme.com
  • Martin scheint nun doch noch für einen Monat nach Mittelamerika zu kommen. Ergibt zweimal Anfänger-Spanisch einmal fortgeschrittenes Spanisch?
  • Auch für die Einreise nach Costa Rica muss man nachweisen können, dass man das Land wieder verlässt. Die Bustickets sind nicht wirklich online zu erwerben, sodass ein Paar kluge Leute mit www.costaricabus.com eine Agentur aufgemacht haben, die für das Ticket von San José nach Panama City statt 37$ satte 89$ kassiert. International Business at its best. Wenn sie doch nur beim ersten Mal die Pass-Nummer richtig geschrieben hätten. Das nächste Reiseziel steht somit fest. Ob Martin nun dort landet oder nicht!

So und nun ein Kurzabriss der ersten Tage:


Tag 1 - Montag - Ankunft Hostel
gegen 15Uhr!
Auf zur Brooklyn Bridge, Skyline by night fotografieren und dabei mächtig frieren.
Big Time Jetlag, um 20Uhr im Bett.





Tag 2 - Dienstag - Reif für die Insel: Manhattan, Frau nicht!
Um 7Uhr zum besagten Frühstück so etwas ähnliches wie stärken und dann aufauf. Dan schlägt den High Line Park vor, eine ehemalige Bahntrasse. Ich habe keine Ahnung und bin dabei.
Ansonsten noch nach Lower Manhattan, zur Wall Street und co.
Außerdem: Hipstertown East Williamsburg begutachten
Jetlag noch nicht überstanden, um 21Uhr im Bett




Tag 3 - Mittwoch - Bis(s) die Füße wehtun - Jet-Legs statt Jetlag
Stadterkundung auf eigene Faust und Gefahr:
Little Italy, Chinatown, Tribeca, SoHo, Washington Square, Central Park, Times Square
Am Abend Käse-Fondue in der Hostelküche mit viel zu vielen Franzosen






Tag 4 - Donnerstag - Kaffeefahrt
Starbucks-Schnitzeljagd mit Dan auf der Suche nach irgendwelchen Leuten, die er am Vorabend kennengelernt hat. Ohne Erfolg, aber mit viel Koffein. Zufällig am Flatiron-Building gelandet.
Am Abend "Memphis - The Musical" am Broadway, 50er Jahre Blues für 35$. Für den Broadway unschlagbarer Preis, halbleere Mezzanine und deshalb beste Plätze statt letzte Reihe.



Tag 5 - Freitag - Die eiserne Lady statt eiserner Temperaturen
Frühstück in einem der Styler-Cafés mit Dan. Mit der Fähre an an der Freiheitsstatue vorbei, kurzes Klingeln an Staten Islands Taco Bell und anschließend ein Foto beim Bullen mit einem Bullen.
Ab 15h30 MoMA for free: Modern Art ist zu 30% Unfug, zu 30% zu hoch für mich und zu 40% cool. Ich check nur Warhol!
Am Abend ist mein erstes Bier ever auf amerikanischem Boden ein Guinness. Dans deutsche Freundin Tina und ihre ebenfalls deutsche Freundin Laura sind nette Leute und evtl. Partypartner für das bevorstehende Superbowl-Finale am Sonntag.




Tag 6 - Samstag - Kopp und Blog
Es ist jetzt 15:13Uhr und ich schreibe seit eineinhalb Stunden an diesem Beitrag. Nachdem ich zuvor das erste Mal richtig ausgeschlafen habe fühle ich mich wegen des beschissenen, als deutsch angepriesenen "Spaten"-Biers von gestern Abend trotzdem schlechter als an jedem anderen Morgen. Bäume werde ich heute wohl nicht mehr ausreißen. Vielleicht bleibe ich einfach lange genug in dem Hipster-Café, in dem ich gerade sitze, hocken und sauge die Coolness auf bis sich meine Hosenbeine von alleine hochkrempeln und die Augen von der schlechten Beleuchtung schlecht genug für die Brille meiner Ur-Oma werden.



===
Enjoy!
===