Montag, 19. März 2012

Matsch-Schuh Picchu

Bei allem Sehenswerten der letzten Woche, kann und wird es in diesem Eintrag doch nur um das eine gehen:
Die Wanderung entlang des Inkapfads zum Machu Picchu, der Hauptattraktion Südamerikas! 
Erst 1911 entdeckt ist dieses alte Inkadorf seither das Nonplusultra des Backpackertums in Peru.
Um den Ansturm der Massen zu kontrollieren, hat das Kultusministerium vor einiger Zeit festgelegt, dass täglich maximal 500 Leute ihren Hike auf dem heiligen Weg starten und höchstens 1000 Gäste gleichzeitig Machu Picchu besuchen dürfen. Heißt, um dabei sein zu dürfen, muss man sich früh genug anmelden und eine Stange Geld hinlegen.
Ist das alles erledigt und das nötigste gepackt, kann es endlich losgehen. So geschehen für uns am Donnerstag.
Unsere Gruppe besteht dabei zunächst aus den üblichen vier und einem 42 jährigen Holländer Namens Eric. Kurz darauf wird das Team durch ein französisches Pärchen samt Guide komplettiert, sodass unsere schlagkräftige Truppe am Ende aus sieben hochmotivierten Gästen und zwei Guides besteht (Miguel und Hugo).
Instruktionen gab es bereits am Tag vor dem Startschuss, sodass wir ein ungefähres Bild von dem hatten was uns erwartet:

Tag 1: Pick-up um 6Uhr und anschließend ein leichter Einstieg bis zum ersten Camp.
Tag 2: Der härteste Tag, zehn Stunden unterwegs, zwei Pässe, der höhere auf 4200m
Tag 3: Bergab und bereits um 13Uhr am Camp vor der letzten Kontrolle
Tag 4: Wecken und 3Uhr um als eine der ersten Gruppen durch die Kontrolle und am Sonnentor zu sein.

Und hier nun das Fazit jedes Tages:

Tag 1: Ein leichter Einstieg ist ein leichter Einstieg und die drei Gänge Menüs, die der Koch auf seinem Gaskocher zaubert, sind einfach sensationell gut.
Tag 2: Der härteste Tag der Tour ist gleichbedeutend mit dem anstrengendsten Tag meines Lebens. Die Selbstzufriedenheit, meinen acht Kilo schweren Rucksack über die beiden Berge gehieft zu haben, erreicht dennoch nich ansatzweise das Maß an Bewunderung für die vier Träger, die in Sandalen mit bis zu 30 Kilo schwere Portionen unserer Zeltausrüstung und Verpflegung zum nächsten Checkpoint laufen.
Tag 3: Bergab tut mit Muskelkater höllisch weh. Aber endlich wieder unter 3000m zu sein und in der Sonne statt im nassen Dickicht der Wolken zu baden, ist eine Wohltat.
Tag 4: Als zweite Gruppe in der Schlange am Checkpoint, zusammen mit Per und Emil als erster am Sonnentor. Dass es da wegen der ganzen Wolken nichts zu sehen gibt, schmälert den Erfolg dabei nicht.

Und dann verziehen sich die Wolken und Machu Picchu offenbart, warum es so eine Faszination auslöst. Viel beschreiben kann ich hier nicht, und da euch Bilder eh besser gefallen, schaut einfach selbst.
Festzuhalten bleibt vorher nur noch, dass der Preis von 380$ plus Tips für die Crew für dieses viertägige Erlebnis ein Witz ist und ich im Nachhinein wohl auch das doppelte bezahlt hätte.

Die Gruppe



Am Checkpoint - Anna ist masculino und  ich bin aus Dinamarca




Chef Nicolas:

Miguel und Hugo:

Der zweite Peak:

Dieser Weg...:

Mi Casa:


Start Tag 3:

Runiös:

Lama Scherz:


Das Ensemble:

Bronze für Deutschland:

Kunst oder doch Verschandlung?:





Alle Bilder der vergangenen Woche:


Samstag, 10. März 2012

In Peru, in Peru, in den Anden...

Das Video hat es schonungslos offenbart:
Strand und Meer, mag André sehr, doch surfen lernt er nimmer mehr!

Nichts wie runter also vom allzu glatten Meeresspiegel! Auf gehts, von null auf 3.400 Meter! Nur wie?
Zwei Optionen stehen zur Wahl:
- 22 Stunden Bustour für 60€
- 1 Stunde Flug für 80€
....hmmmmmm

Nix wie rein also in den halbgefüllten Flieger und ab nach Cuzco. Im Rückspiegel wird Lima immer kleiner und nicht lange nach dem Start ist die acht Millionen Stadt hinter den ersten Erhebungen der Anden verschwunden. 
Mit an Board sind Anna, Per und Emil, die (m)ich nun mittlerweile seit meiner ersten Woche in Costa Rica begleite(n). Nicht in den Flieger geschafft haben es Emils Macbook und sein iPhone. Beides wurde ihm im Hostel in Lima geklaut, wodurch er in der Diebstahl Bestenliste an Anna vorbeigezogen ist. Diese hatte ihr iPhone bereits in Panama City in einem Taxi aus der Hand gerissen bekommen.
Während bei den anderen der Füllstand des Backpacks also immer weiter sinkt, schlage ich beim offiziellen Wiegen am Airport mit 19Kilogramm meine eigene Bestmarke. Der Grund: neue Wanderschuhe. Denn nur dafür geht es nach Cuzco.
Das 350.000 Einwohner Städtchen ist die Basis für alle Hikes zur berühmtesten Sehenswürdigkeit Südamerikas, Machu Picchu. Und genau da soll es hingehen. Schließlich will ich das ganze Wanderequipment und die langen Klamotten am Ende ja nicht umsonst mitgeschleppt haben. Vier Tage, drei Nächte für knackige 380$. Man lässt sich sein Weltkulturerbe eben was kosten. Los gehts am Donnerstag, also erst in fünf Tagen, da der Inkapfad auf 500 Startplätze pro Tag beschränkt und weitesgehend ausgebucht ist.
Bis dahin werden wir damit beschäftigt sein, die von der Höhenkrankheit  gebeutelten, schwachen Glieder durch das wunderschöne Cuzco und die umliegenden heiligen Dörfer zu schleppen. Und wenn es eben mal doch wieder regnet - und das tut es hier dann doch relativ häufig - dann werden fünf Euro investiert um den Körper eine Stunde lang auf der Massagebank zu rehabilitieren. La vie est belle!!!


Schon doof, wenn "Feuer" für "Lama" (llama) missverstanden wird und statt einer flammenden Krone ein Alpaka das Haupt der "madre patria" ziert!




Frei Schnauze:




Alle Fotos aus Woche sechs gibt es hier:


Dienstag, 6. März 2012

Failure!

Ich denke, ich kann's (ein ganz klein bisschen) besser. :)
Umso erheiternder wenns ned hinhaut...denn ich weiß, ihr seht mich lieber versagen.
Enjoy:




Sonntag, 4. März 2012

Käfer statt Mücken - El nuevo Sol

Neue Sonne - so lautet die Währung Perus und beschreibt damit perfekt den ersten Eindruck bei meiner Ankunft in Südamerika. 


Nach einem Zwischenstopp im altbekannten San José heißt es gegen 15Uhr Ortszeit Touchdown  in der sieben Millionen Stadt Lima, Peru. Schon Minuten vor der Landung ist klar, es wird anders sein als in Panama und Costa Rica. Der Blick aus dem Fenster fällt auf viel Sand und einen nicht enden wollenden Häuserwald. Gestoppt wird beides erst durch die majestätischen Anden im Osten und den Pazifik im Westen.
Fragen kommen auf: Wo ist die Vegetation? Wo sind die Wälder, denen man das sehnliche Warten auf die Regenzeit regelrecht ansehen kann? Ein Blick auf das (K)Limadigramm liefert schließlich die vermeindliche Erklärung: Hier regnet es nicht...wirklich gar nicht. Eine der Übersichten zeigt für April tatsächlich 0,0mm durchschnittlichen Niederschlag an. Ich komme im März an und werde direkt am zweiten Tag daran erinnert. Nieselregen. Hatte der Guide in der antiken Ruine nicht gerade noch erklärt, dass die Trockenheit seinen Job rette, weil andernfalls die Lehmbauten zusammenfallen würden? Glück hat er: das Wasser erreicht bei der staubigen Luft kaum den Boden.


Mein Hostel "Kokopelli" liegt im Gringoviertel Miraflores, eine Alpaka-Spuckweite von der Pizza-Street und dem Samstags Nachts prall gefüllten Kennedy-Park entfernt. Ein Spaziergang offenbart das Ausmaß des westlichen Einflusses in diesem Bezirk...oder eher östlichen: VW Käfer..überall. Sie sind beinahe noch auffälliger als die Neonreklamen der Fastfoodketten und Malls, passen aber irgendwie besser ins Bild der Backpackerparadieses.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft beschließe ich, den nicht existenten Spanisch-Bemühungen neues Futter zu geben. Ein Buch  soll her. Vielleicht gibt es dann auch mal irgendwann eine Unterhaltung mit den kolumbianischen Mitbewohnerinnen statt nur mit dem lettischen Bettnachbarn. 
Nun muss in Südamerika kaum jemand Spanisch von Grund auf lernen und folglich gibt es in der Mall meiner Wahl nicht wirklich Lehrbücher. Eine dramatische Auswahl bilingualer Bücher später lautetd ie Ausweichlösung schließlich Hamlet! Ob's Sinn macht? No se!
Anschließend gibt es noch schnell einen beinahe Heimweh verursachend guten Shish-Kebab und dann geht es ab auf die Dachterrasse des Hostels. 
Zu mehr reicht es nicht am zweiten Tag und so lautet die letzte Erkenntnis vor Schreiben dieses Eintrags: Peruanisches Bier schmeckt wirklich wirklich gut! - Irgendwo in diesem Land macht diese neue Sonne wohl doch Pflanzen glücklich.                 




Hablas esp....francés?




Jung:



 Alt:





Älter:





"Der zu kleine Gärtner":



"In Deutschland ist der Sprit zu teuer":



"Komm bei mich bei, wir machen Romantik am Atlantik" - "Aber dat is doch der Paziiifik" - "....das wusst' ich":




"Das A und O":




weitere Bilder hier im Ordner für Woche fünf