Samstag, 4. Februar 2012

Die verbotene Frucht: Der Big Apple


Da ist er also, der erste Eintrag von unterwegs. Letzten Montag ging es endlich los. Letzte Vorbereitungen wurden erfolgreich getroffen und eine Menge Geld für hoffentlich zu irgendeinem Zeitpunkt nützliches Equipment ausgegeben.

Die wichtigsten generellen Erkenntnisse der ersten Etappe in chronologischer Reihenfolge
(ich versuche mich grrundsätzlich kurz zu halten; nicht weil ich schreibfaul bin, sondern weil ich weiß, dass ihr lesefaul seid):

  • Wenn man plötzlich doch viel mehr zurücklässt, als man dachte, ist das irgendwie ein schönes und frustrierendes Gefühl gleichzeitig.
  • Einseitiger ist das Sentiment, wenn es sich bei den zurückgelassenen Sachen um FlipFlops und den Rasierer handelt. Naja, es hätte mich schlimmer treffen können.
  • 9 von 10 AirBerlin Mitarbeitern wissen nicht, dass ein Weiterflug nach Costa Rica zur Einreise in die USA ausreicht und werden dafür vom Zehnten ausgelacht. Man sollte sich direkt an das männliche Bodenpersonal wenden - Für mich als Knirps nicht das allergrößte Problem, aber keinen eigenen Screen und nur eingeschränkte Beinfreiheit zu haben, ist mittel-gut. Für 220€ aber vollkommen akzeptabel.
  • Man zahlt 5$ um vom JFK nach Brooklyn (oder irgendwo anders hin) zu kommen und es kann passieren, dass man bei der Fahrt durch Brooklyn der einzige weiße im Zug ist.
  • East Williamsburg, das Viertel, in dem The NY Loft Hostel liegt, ist eine Hipster-Hochburg, wie sie sich Berliner Kasperköppe nur erträumen können.
  • Das Hostel meiner Wahl ist voll mit netten Leuten und schlechtem, typisch amerikanischem Süßigkeiten-Frühstück inkl. Orangensaftpulver(!)
  • Einer meiner Roommates, Dan Martin, ist Extremsportler und hat bereits 55.000km mit dem Fahrrad zurückgelegt (Axis of Evil: Nordkorea, Irak, Iran, Afghanistan...bis nach Kapstadt) und plant ab März für ca. sechs Monate von New York nach Frankreich zu schwimmen (!!!!). Lustiger Weise ist er, wie er selbst in bestem englisch-deutsch sagt: "Stabil gebaut", was auf den ersten Blick nicht sonderlich sportlich erscheint, aber im Atlantik gut warm hält und deshalb bewusst antrainiert ist. > Mehr auf www.danmartinextreme.com
  • Martin scheint nun doch noch für einen Monat nach Mittelamerika zu kommen. Ergibt zweimal Anfänger-Spanisch einmal fortgeschrittenes Spanisch?
  • Auch für die Einreise nach Costa Rica muss man nachweisen können, dass man das Land wieder verlässt. Die Bustickets sind nicht wirklich online zu erwerben, sodass ein Paar kluge Leute mit www.costaricabus.com eine Agentur aufgemacht haben, die für das Ticket von San José nach Panama City statt 37$ satte 89$ kassiert. International Business at its best. Wenn sie doch nur beim ersten Mal die Pass-Nummer richtig geschrieben hätten. Das nächste Reiseziel steht somit fest. Ob Martin nun dort landet oder nicht!

So und nun ein Kurzabriss der ersten Tage:


Tag 1 - Montag - Ankunft Hostel
gegen 15Uhr!
Auf zur Brooklyn Bridge, Skyline by night fotografieren und dabei mächtig frieren.
Big Time Jetlag, um 20Uhr im Bett.





Tag 2 - Dienstag - Reif für die Insel: Manhattan, Frau nicht!
Um 7Uhr zum besagten Frühstück so etwas ähnliches wie stärken und dann aufauf. Dan schlägt den High Line Park vor, eine ehemalige Bahntrasse. Ich habe keine Ahnung und bin dabei.
Ansonsten noch nach Lower Manhattan, zur Wall Street und co.
Außerdem: Hipstertown East Williamsburg begutachten
Jetlag noch nicht überstanden, um 21Uhr im Bett




Tag 3 - Mittwoch - Bis(s) die Füße wehtun - Jet-Legs statt Jetlag
Stadterkundung auf eigene Faust und Gefahr:
Little Italy, Chinatown, Tribeca, SoHo, Washington Square, Central Park, Times Square
Am Abend Käse-Fondue in der Hostelküche mit viel zu vielen Franzosen






Tag 4 - Donnerstag - Kaffeefahrt
Starbucks-Schnitzeljagd mit Dan auf der Suche nach irgendwelchen Leuten, die er am Vorabend kennengelernt hat. Ohne Erfolg, aber mit viel Koffein. Zufällig am Flatiron-Building gelandet.
Am Abend "Memphis - The Musical" am Broadway, 50er Jahre Blues für 35$. Für den Broadway unschlagbarer Preis, halbleere Mezzanine und deshalb beste Plätze statt letzte Reihe.



Tag 5 - Freitag - Die eiserne Lady statt eiserner Temperaturen
Frühstück in einem der Styler-Cafés mit Dan. Mit der Fähre an an der Freiheitsstatue vorbei, kurzes Klingeln an Staten Islands Taco Bell und anschließend ein Foto beim Bullen mit einem Bullen.
Ab 15h30 MoMA for free: Modern Art ist zu 30% Unfug, zu 30% zu hoch für mich und zu 40% cool. Ich check nur Warhol!
Am Abend ist mein erstes Bier ever auf amerikanischem Boden ein Guinness. Dans deutsche Freundin Tina und ihre ebenfalls deutsche Freundin Laura sind nette Leute und evtl. Partypartner für das bevorstehende Superbowl-Finale am Sonntag.




Tag 6 - Samstag - Kopp und Blog
Es ist jetzt 15:13Uhr und ich schreibe seit eineinhalb Stunden an diesem Beitrag. Nachdem ich zuvor das erste Mal richtig ausgeschlafen habe fühle ich mich wegen des beschissenen, als deutsch angepriesenen "Spaten"-Biers von gestern Abend trotzdem schlechter als an jedem anderen Morgen. Bäume werde ich heute wohl nicht mehr ausreißen. Vielleicht bleibe ich einfach lange genug in dem Hipster-Café, in dem ich gerade sitze, hocken und sauge die Coolness auf bis sich meine Hosenbeine von alleine hochkrempeln und die Augen von der schlechten Beleuchtung schlecht genug für die Brille meiner Ur-Oma werden.



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Enjoy!
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